Es ist zwei Uhr morgens. Serverzeit 1 Uhr morgens. Gefühlt ist es aber 2 Uhr Nachmittags. Ich könnte kotzen. Vor drei Stunden bin ich ins Bett in der Hoffnung das ich mal früh einpenne. Aber nichts da. Kaum liege ich, gehe ich in meinem Kopf die paar Gitarren-Chords durch, welche ich kann und plötzlich kommen Texte. Jede Menge Texte. Hass erfüllte Texte gegen die Ungerechtheit der Gesellschaft und des Lebens.
"Punks not dead!"
"El canto que canta solo por la noche."
"Escucha-me"
Auf den ersten Blick einfache simple Titel die ich mir da ausdenke, aber dann wache ich auf und sehe das ich mein Handy in der Hand halte und das was in meinem Kopf passiert als Sprachmemo aufnehme. Ich stelle fest das die Heizung vollkommen aufgedreht ist. Ich bin nackt. Ich schwitze. Draussend sind es um dei Null grad.
Ich weiss jetzt, was nicht mit mir stimmt. Es sind die Träume die da um die Ecke gerannt kommen. Denn ich kann mich seit Jahren, morgens nach dem Aufstehen nicht mehr an meine Träume erinnern. Und jetzt wache ich auf und starre mein Handy an. Mir ist kalt. Dieser verdammte Tag fing so gut an und jetzt dies.
Natürlich schaue ich sofort auf die Playlist und stelle fest das ich auf den letzten 2 Monaten, fast 30 Audioaufnahmen gemacht habe. Ich höre nicht rein. Ich brauche dafür Ruhe. Und den Tag. Nachts sind solche Aktionen gar nicht gut.
Jetzt liege ich hier und frage mich mal wieder warum immer dann, weenn es gerade gut ist, irgendwie jenes Hinweisschild auftaucht mit der Information das die Hölle doch gleich um die Ecke sei. Mein Hauptproblem ist wohl das ich mir die Hölle schon selbst tagtäglich auftische, so auch mit einer spontanten Kunstaktion der ich den Titel "Befreiheitende Wörter." gab. Es geht erneut um Abschied nehmen. Aber auch die daraus resultierende Freiheit. Es ist schrecklich zu sehen wie einfach mir so ein Scheiss fällt.
Die nächsten Tage werden hart. Mein Kopf ist bei alle dem was ich zu organisieren habe, voller Ideen und ich möchte so gerne meinen letzten zwei Kunden helfen, merke aber auch wie sehr die Zeit drängt mich von dieser Stadt zu lösen. Ich habe es bereits vielen gesagt, die mich fragten. Ich gehe nicht freiwillig. Und heute Nacht vorm zu Bett gehen bekam ich auch die Bestätigung dafür das es genau das richtige ist und nur jene verstehen können die durch ähnliches, wenn nicht gar dem gleichen durch gehen. Und jetzt? Jetzt liege ich hier, wach wie schon die letzten drei Wochen zurvor um diese Zeit und der Wecker haut mich um 9:22 CET aus dem Bett.
Das macht noch sechs Stunden. Oder ca. 80 Megabyte an Audioaufnahmen. Voller Fragen die nach Antworten suchen aber ihren Irrweg gehen. Bis sie um die Ecke blicken, an jener welcher die Hölle vor ihnen steht.